Die Hochzeitstorte
Die Hochzeitstorte gehört sicher nicht mehr zum Pflichtprogramm einer Heirat, aber es ist eine schöne Tradition, das (mehrstöckige?) Prachtstück vor den Augen aller Gäste gemeinsam anzuschneiden. Außerdem ranken sich um die Hochzeitstorte allerlei Sagen und Rituale.
So heißt es zum Beispiel: Wer von dem Brautpaar dabei die Hand oben hat, wird im künftigen gemeinsamen Leben das Sagen haben. Schieben sich die beiden gegenseitig Stück für Stück in den Mund, so soll das für das künftige Eheglück sehr zuträglich sein. Jetzt aber bitte nicht um das Messer streiten und nicht beim gegenseitigen Füttern den Partner aus Versehen mit der Gabel erdolchen! Eure Ehe wird auch so unter einem guten Stern stehen...
Traditionsbewusste Konditoren backen in die Torte zwei Bohnen ein, eine gebrannte und eine ungebrannte. Das sind die Orakelbohnen. Der Gast, der die gebrannte Bohne in seinem Kuchenstück findet, verlobt sich als Nächster, derjenige, dem die ungebrannte zufällt, bleibt ledig.
Normalerweise ist die Torte mit rosa oder weißer Marzipanglasur überzogen. Das hat seinen Grund darin, dass die ansonsten aus Zucker und Rosenwasser bestehende Marzipanmasse Mandeln enthält, und die wiederum haben seit alters her den Ruf, für Glück in der Liebe zu sorgen.
Die Hochzeitstorte sollte etwa einen Monat vor dem Festtagsdatum bestellt werden, wenn feststeht, wie viele Gäste kommen. Die Zahl der Gäste wird möglicherweise auch die Zahl der "Stockwerke" des Gebäcks bestimmen. Wichtig ist, mit dem Konditor auch die Zeit der Anlieferung zu besprechen. Für den Aufbau der Torte muss genug Zeit einkalkuliert werden!
Wann das Brautpaar die Torte anschneidet, ist weniger eine Frage der Tradition als des passenden Zeitpunktes. Man kann sie zu einem Empfang als Begrüßungshäppchen anbieten, bei der nachmittäglichen Kaffeetafel zum Mittelpunkt machen oder sie, ganz traditionell, um Mitternacht anschneiden - wobei immer die oberste Schicht zuerst unters Messer kommt. Also dann - guten Appetit!
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