Tradition Verlobung

Manchen Traditionen ist es schwer zu entkommen, allen voran den Verlobungstraditionen. Die Verlobung geht seit ältesten Zeiten der Hochzeit voran. Und mit ihr eine ganze Menge an regionalen Bräuchen und Riten, die mit dem offiziellen Eheversprechen in Verbindung stehen. Zum Beispiel im alten Bayern. Dort ging der Verlobung eine Zeit der Werbung voraus, in der Brautwerber auf einer Leiter zum Fenster seiner Auserwählten hinaufstieg. Wenn beide sich einig waren, gingen sie, die kleinen Finger ineinander verhakt, spazieren.

Dann schenkte der Mann seiner Liebsten den Schatztaler, einen Glücksbringer, der am Mieder befestigt oder als Kette um den Hals getragen wurde. Aus diesem Grund wurden junge Mädchen ermahnt, kein Geld von jemandem anzunehmen, den sie nicht heiraten wollten. Wenn die beiden wieder auseinander gingen, musste der Schatztaler zurückgegeben werden.

Der Austausch der Ringe bei der Trauung als Zeichen eines gegenseitigen Treueschwurs wurde unter starker Mitwirkung der Kirche eingeführt. Übrigens galt es als übles Zeichen, wenn die Brautleute die Ringe in die Kirche mitzunehmen vergaßen - was seltener vorkam, als dass sie beim Wechseln auf den Boden fielen. Vielerorts wurde das mit dem baldigen Tod einer der Partner verbunden.